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Qualitätsvolle und charakteristische Stadträume
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Gartenstadtcharakter in Daglfing bei der städtebaulichen Entwicklung erhalten

Im Münchner Nordosten will die Stadt München auf einer Fläche, die auch an Daglfing angrenzt, im Rahmen einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme 10 000 neue Wohnungen bauen. Eine Realisierung dieser Baumaßnahme würde die östlichen Stadtteile sehr verändern. Die Bürgerinitiative Lebenswertes Daglfing (B.I.L.D.) möchte, dass bei dieser zukünftigen Bebauung der Gartenstadtcharakter von Daglfing erhalten bleibt. Wir wollen deshalb hier schon frühzeitig unsere Vorschläge für eine mögliche Bebauung machen, die Daglfing nicht zu sehr verändern würde. Auf den an die bestehende Bebauung angrenzenden Flächen sollten zunächst nur Reihenhäuser und kleine Wohnanlagen (max. 2-3 Geschosse) entstehen, verbunden mit großzügigen Grünflächen. Erst auf weiter entfernten Flächen, vom bestehenden Stadtteil aus gesehen, sollte mit mehrgeschossigen Wohnanlagen in gestaffelter Form weitergebaut werden. Hier möchten wir eine Begrenzung der Anzahl der Geschosse auf maximal vier vorschlagen, damit der Kontrast zur bisherigen Bebauung (vorwiegend Reihenhäuser) nicht zu groß wird. Die Gebäude sollen keine Flachdächer bekommen, sondern wie bei der bisherigen Bebauung Satteldächer.

Schlagworte: Grünflächen
49 Teilnehmer/innen unterstützen den Vorschlag
3 Teilnehmer/innen sind neutral
13 Teilnehmer/innen lehnen den Vorschlag ab

Erklärung: Die Bewertung dient der Ermittlung der besten 10 Ideen. Weitere Infos dazu in den „Häufigen Fragen“.

Kommentar Nr. 15

Antwort der Verwaltung

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„Hallo B.I.L.D.,

vielen Dank für Ihren Beitrag zur Diskussion möglicher Entwicklungsszenarien für den Münchner Nordosten, mit dem Sie Ihr Anliegen zur Erhaltung des Gartenstadtcharakters von Daglfing zum Ausdruck bringen. Wir freuen uns, dass sie sich frühzeitig und aktiv an dieser Diskussion beteiligen. Wir können Ihnen versichern, dass die von Ihnen angesprochenen bestehenden Qualitäten in die weiteren Planungsüberlegungen einbezogen werden.

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung befasst sich in Vorbereitung der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme, deren Einleitung der Stadtrat im vergangenen September beschlossen hat, derzeit mit der Strukturplanung für den Münchner Nordosten. Hierbei sollen auch die Ergebnisse des Gutachtens zum Thema Stadtrand / Landschaft einfließen, die im Zusammenhang mit dem Projekt Projekt Langfristige Siedlungsentwicklung für diesen Stadtbereich erstellt wurden.

Dieses Gutachten hat sich beispielhaft mit dem Münchner Nordosten befasst und typologische Empfehlungen für eine Siedlungsentwicklung in diesem Raum gegeben. Diese Empfehlungen sind als Szenarien zu verstehen, mit denen sich zunächst das Referat für Stadtplanung und Bauordnung auseinandersetzen und sie dann in einem breiten Dialog mit der interessierten Stadtöffentlichkeit erörtern wird.

Die Gutachter-Empfehlungen berücksichtigen Ihre Forderung nach Rücksichtnahme auf die bestehende Baustruktur insoweit, als für die beiden Entwicklungsgebiete entlang der S 8 einerseits und im nördlichen Teil Riems andererseits unter Bezug auf die dort jeweils vorhandene Bestandsbebauung sehr unterschiedliche Bautypologien vorgeschlagen werden.

Bei der Strukturplanung geht es zunächst um die Abstimmung zwischen der Siedlungsentwicklung, der Entwicklung von Natur und Landschaft und der verkehrlichen Erschließung für den Individualverkehr und den öffentlichen Nahverkehr. Hierfür sollen verschiedene Entwicklungsszenarien untersucht werden, mit denen die unterschiedlichen Planungsbelange (Siedlung – Verkehr und Landschaft) sichtbar gemacht werden können. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung wir bereits in diesem frühen Stadium der – noch informellen – Planung die Bürger vor Ort und den Bezirksausschuss einbeziehen.

Die städtebauliche Konkretisierung von Bautypologien wird erst im nachfolgenden Verfahren der Bauleitplanung und ggf. in einem städtebaulichen Wettbewerb erfolgen – Planungsschritte, bei denen die Öffentlichkeit gemäß den gesetzlichen Vorgaben einbezogen werden.

Im weiteren Planungsprozess für den Münchner Nordosten wird daher auf jeder Planungsstufe die Gelegenheit eröffnet, die Fragen einer standortgerechten Siedlungsform und Bautypologie mit der betroffenen Bevölkerung vor Ort und den interessierten politischen Vertreterinnen und Vertretern zu erörtern.“

Mit freundlichen Grüßen
Referat für Stadtplanung und Bauordnung / HA Stadtentwicklungsplanung

Kommentar Nr. 1

Eine Frage an B.I.L.D.: Sie möchten die Münchner Stadtplanungs-Grundsätze auf den Kopf stellen?

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Wertes B.I.L.D.-Team,

wenn ich Ihren Vorschlag richtig verstehe, düften im Nah-Bereich des S-Bahnhofs Daglfing nur wenige Menschen neu hinzuziehen, denn nach Ihren Vorstellungen soll es dort nur eine moderate Bebauung mit Einfamilien- und Reihenhäusern geben. Erst in weiterer Entfernung (nach Osten und Norden hin) können Sie sich eine etwas höhere Bebauung vorstellen. Wären die "Reiterhöfe" so in etwa Ihre Modell-Größe?

Wie kommen dann die Menschen aus den etwas dichter bebauten Quartieren weiter weg vom S-Bahnhof Daglfing auf einem vernünftigen Weg zu diesem dann nicht mehr wirklich zentral gelegenen S-Bahnhof hin?

Kann es sich München als (wohl oder übel) wachsende Großstadt leisten, ein zentrales Ziel der Stadtplanung - nämlich die (massive) Nachverdichtung an den wichtigen ÖPNV-Knoten zu forcieren - aus Rücksichtnahme auf eine relativ überschaubare Minderheit von Einfamilien- und Reihenhausbesitzern aufzugeben? Ich denke nicht.

Wenn ich das hier von mir jetzt erst einmal nachlese, klingt das wirklich sehr böse. Aber ich bevorzuge doch schon vorab lieber eine realistische Sichtweise, um hinterher nicht maßlos enttäuscht zu sein: Die erste vom Münchner Oberbürgermeister im vergangenen Jahr genannte Zahl von 14.000 möglichen zusätzlichen BewohnerInnen im so bezeichneten "Entwicklungsgebiet München Nordost" dürfte wohl nur ein erster Meinungs-Test-Versuchs-Ballon gewesen sein. Es dauert ja noch eine Zeit lang, bis Freiham fertig bebaut sein wird. Und dann . . .

Kommentar Nr. 2

Entwicklungsgebiet München Nordost: Da passt ein zweites Neuperlach rein.

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Natürlich könnte ich stattdessen auch Großhadern als Vergleichs-Ort schreiben. Denn auf den 360 ha des Entwicklungsgebiets von Johanneskirchen über Englschalking und Daglfing bis hinüber nach Riem passt eigentlich so gut wie alles an Stadt-Entwicklung rein - also auch eine neue Entlastungs-Stadt in der Größenordnung von Neuperlach. Und bei der aktuell gültigen Stadtentwicklungs-Prognose werden wir von 1,40 Millionen Menschen in München auf 1,55 Millionen bis 2030 anwachsen. Und wo sollen diese Menschen alle leben?

Übrigens soll die Region München (im Einzugsbereich der S-Bahn) bis 2030 auch noch um gut 150.000 Menschen anwachsen. Also die Münchner Wohnungsbau-Region noch weiter ausweiten? Auf Augsburg - Landshut - Rosenheim vielleicht?

Warum macht den wohl die Münchner Stadtverwaltung dieses neue Beteiligungs-Programm mit dem Kunst-Namen "MitDenken"?

Die Landeshauptstadt München ist gut 310 qkm groß (bzw. klein).
Wenn sich die derzeit 1,40 Millionen MüncherInnen diese Stadtfläche (demokratisch gerechnet) untereinander aufteilen, hat jeder Mensch hier im Jahr 2012 etwa 221 qm für sich zur Verfügung - zum Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, (Nah-)Erholen und für den Verkehr.

Die möglicherweise 1,55 Millionen Menschen in "München 2030" lassen diese "persönlich verfügbare Stadtfläche auf dann nur noch 200 qm schrumpfen.
In einer voraussichtlich deutlich enger werdenden Stadt passen keine bezahlbaren Einfamilienhäuser mehr in die Stadtlandschaft. Das ist die Perspektive . . .

Kommentar Nr. 3

....traurige Perspektive...

3

Wenn sich München so entwickelt, wie in den Kommentaren dargestellt, dann wird München nicht mehr die Stadt sein, die wir lieben. Dann wird München keine Großstadt mehr sein mit Herz!
Dann wird der Zuzug nach München nachlassen und es wird für Unternehmen nicht mehr so leicht sein gutes Personal zu finden oder gar anzusiedeln...
Dann werden die Unternehmen dorthin gehen, wo es ruhig und gemütlich geblieben ist und Menschen gerne leben... Heidelberg hat eine ähnliche Perspektive wie München...
Dort werden Reihenhäuseranlagen gebaut und das öffentliche Verkehrsnetz erstreckt sich über eine ganze Region...
Ich will nicht leben, wo früher der Riemer Flughafen war... Sie???
Bitte wiederholt nicht die fehler der Vergangenheit!!!
Es geht nicht nur um Daglfing!!! Das ganze wird den kompletten Münchner osten verändern!!! Den Bezirk Bogenhausen!!!

Kommentar Nr. 4

Zum Kommentar ". . . traurige Perspektive . . ." habe ich leider keine tröstenden Worte parat.

4

Damit wir uns hier richtig verstehen: Auch ich finde es nicht schön, ich finde es sogar ganz furchtbar, was mit München passiert. München droht am eigenen Erfolg zu ersticken, zumindest hinsichtlich der Flächenentwicklung unserer weiter wachsenden Stadt sind die Aussichten mehr als düster. Und wir sind ja schon seit einigen Jahren auf dem Entwicklungs-Weg zu einer "herzlosen Stadt", weil sich zusehends immer mehr Menschen mit der Frage beschäftigen müssen, ob und wie sie sich das Leben in dieser Stadt des permanenten Erfolgs überhaupt noch leisten können. Es war von unserem Oberbürgermeister Christian Ude im Kommunalwahlkampf-Jahr 2008 eine nüchterne (keine zynische) Feststellung, dass Augsburg auch eine schöne Stadt zum Leben ist und die zahlreichen Züge zwischen Augsburg und München relativ pünktlich pendeln. Derzeit hat Augsburg etwa 265.000 EinwohnerInnen, . . .

Das von "phg" im Kommentar Nr 3 erwähnte Heidelberg als positives Modell zum Vergleich für München ist weit weg - allein schon wegen des Größen-Vergleichs. In Heidelberg leben zur Zeit rund 150.000 Menschen, was also zweimal den 13. Stadtbezirk Bogenhausen ausmacht. Interessant an Heidelberg finde ich z. B. die Andenken-Läden, in denen es unter anderem auch bayerische Masskrüge zu kaufen gibt.

Und was die Firmen suchen, die von überall her noch nach München ziehen wollen, ist nicht die "Großstadt mit Herz", sondern nur das Klischee MÜNCHEN mit Zwiebeltürmen, Alpenpanorama und eine Firmen-Box auf der Wiesn.

Kommentar Nr. 5

Bleibt in der Stadt und wehrt Euch täglich!

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Und damit ich mich auch richtig ins B.I.L.D. setze:
Als Nachbar aus Johanneskirchen verstehe ich die Sorgen und Ängste in Englschalking und in Daglfing natürlich auch nur zu gut. Aber wenn ich die Perspektive vom immer noch sehr beschaulichen Leben hinterm lärmenden (so aber auch schützendem) Bahndamm auf den großen Rest der Stadt im Westen drehe, sehe ich den großen Druck auf die letzten freien Flächen im Stadtgebiet. Im 360 ha großen "Entwicklungsgebiet München Nordost" dürften gut und gerne 200 ha schon der Landeshauptstadt München gehören; in den vergangenen Jahrzehnten wurde vom Münchner Kommunalreferat jeder freigewordene Acker aufgekauft. Warum wohl?

Hier in den Darstellungen des aktuellen Flächennutzungsplans http://www.fnp-muenchen.de/pix_pdf/fnp_erlaeuterung_20110414.pdf ist auch der Münchner Osten ein selbstverständlicher Teil der gesamten Münchner Stadtentwicklung und irgendwann wird auch hier alles zugebaut sein. Zur "Bundesgartenschau 2005 Perspektivenwechsel" zeigte die Münchner Kreisgruppe des Bund Naturschutz in Bayern e.V. in der vergleichenden Luftbilder-Ausstellung "Schau auf´s Land der Bayern" auch schon einen größeren Ausschnitt des 13. Stadtbezirks Bogenhausen und seit 2006 nennen wir beim BN http://www.bn-muenchen.de/ die Ausstellung "Ois zuabaun?" und zeigen sie immer wieder.

Was macht mein Werkstatt-Zwilling Hege Wiedebusch?
http://muenchen-mitdenken.de/vorschlag/oekologische-stadtverwaldung?schl...

Kommentar Nr. 6

Das Gartenstadt-Missverständnis

6

Den sozialreformerischen Ansatz der Gartenstadt-Bewegung zugrundezulegen, könnte im weiteren Verlauf der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu der ein oder anderen Überraschung führen... dennoch:
Nicht jede freistehende Einfamilienhausbebauung bildet eine Gartenstadt, genauso wenig wie jede IV-geschossige oder höhere Bebauung automatisch zu sozialen Missständen führt (was dann bei einem ziemlich hohen Anteil des so oft verklärten Vorkriegsbaubestandes der Fall sein müsste) . Wünschenswert wäre eine sachlich geführte Diskussion über städtebauliche Dichte und Lebensqualität! Weg von der Riem-Beschimpfung und der Freiham-Vorab-Verdammnis!
(Es rechnet ja auch niemand den Grünflächen-Anteil der Borstei aus, und behauptet dann, Herr Borst sei ein technokratischer Menschenfeind gewesen...)

Kommentar Nr. 7

Ziele und Stile

7

Sehr geehrter Herr Gerhard,

ich finde Ihre sarkastisch-überzogenen Kommentare weder nützlich noch fair.
Sie bauen hier regelmäßig einen Popanz auf (Beispiel: Wohnbau-Region Augsburg-Landshut-Rosenheim), den niemand (außer Ihnen) auch nur angedeutet hat und hauen dann kräftig auf diesen Popanz ein.
Das ist Schopenhauers erstes Prinzip der eristischen (streitsüchtigen) Dialektik in Reinstform.
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie sich zu einem konstruktiven Diskussionsstil bereit fänden.

Es geht nicht darum, den die Stadtentwicklung oder den Wohnbau im Münchener Nordosten zu verhindern sondern ausschließlich darum, ihn an den voraussichtlichen Bedarf anzupassen.

München ist nämlich bereits jetzt eine der teuersten Städte Deutschlands. Daher sind die neuen Arbeitsplätze, auf denen die Schätzungen des Münchener Bevölkerungswachstums beruhen, Hochlohnarbeitsplätze für Hochqualifizierte. Diese Menschen suchen keine Wohnung in einer ...äh... "Gartenstadt" Marke OB Ude und wenn sie diese Wohnung in München nicht finden, finden sie sie in Hamburg oder Frankfurt.

Weiter sind Daglfing, Englschalking und Johanniskirchen keine "ÖPNV-Knoten" sondern ziemlich kleine S-Bahnhöfe mitten in Wohngebieten mit unterdurchschnittlicher und bereits jetzt überforderter Anbindung an andere Verkehrsmittel, die auch nicht verbessert werden kann ohne bestehende Bebauung abzureißen. Es ist daher ohnehin notwendig, das neue/die neuen Viertel per Bus an die S-Bahnhöfe anzubinden.

Kommentar Nr. 8

Hr. Herbert Gerhard - tut das weh ?

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Ich bin kein Freund von Foren,
aber als "Alt-Daglfinger" möchte ich Hrn. Herbert Gerhard bitten, sich als anscheinend "Zugezogener" von dieser Diskussion Abstand zu halten. Oder ist er ein notorischer "Fehlerwiederholer". Seine Argumente tun einem nur weh.
Dies kann man auch nicht mit "Geschmackverirrung" entschuldigen.
Beim Lesen von seinem Kommentar Nr.4 bekam ich sogar einen Hauch von Schizophrenie zu verspüren.
Ich schlage ihm vor Johanneskirchen zu verlassen und in bebauteres Gebiet, oder besser gleich ins Ruhrgebiet zu ziehen.
Ansonsten kann ich die Argumente der anderen Forenteilnehmer nur unterstreichen. Hinzu zufügen möchte ich die Frage, welche Firmen ziehen denn nach München. Die Tendenz ist doch eher umgekehrt, sie ziehen weg. Und das liegt sicherlich nicht an der Geschosshöhe, schon mal was von Gewerbesteuern gehört ?
Ach ja, warum hat der "Hobby-Stadtplaner" denn keine Beispiele aus den Bezirken Solln, Grünwald u.ä. erwähnt ? Die haben ja nicht einmal eine A99.
Liebe B.I.L.D., lasst euch von solchen Polemiker nicht entmutigen.
Und Ihnen Hr. Herbert Gerhard kann ich nur hinzufügen, wer so provoziert muss auch einstecken können.
Der "Alt-Daglfinger"

Kommentar Nr. 9

Hinweis der Moderation

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Liebe DiskussionsteilnehmerInnen, lieber "Alt Daglfinger",

trotz Aufregung und Ärger zum Thema möchten wir Sie bitten, die Spielregeln zu beachten!
Bewahre Sie Sachlichkeit und Respekt den anderen Teilnehmern gegenüber. Formulieren Sie Ihre Beiträge respektvoll auch wenn Sie unterschiedlicher Auffassung sind.

Freundliche Grüße,
Rabea Staroste (Moderation)

Kommentar Nr. 10

zu Theoder: Gartenstadtmißverständnis

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Bin ganz Ihrer Meinung! Diese Vorstädte sind im Grunde doch nur noch eine deprimierende Karikatur der ursprünglichen Leitidee. Abstandsgrün, von Auto-Fetischisten asphaltiert und mit Hochglanzblech vollgestellt. So sieht die Wirklichkeit aus! An derartigen Stadtbildern muß man nicht festhalten.

Kommentar Nr. 11

daglfing ist keine gartenstadt, sondern ein typischer mit der stadt verwachsener ehem. vorort

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das prinzip der gartenstadt ist ein löbliches und soziales gebilde. die erste britische gartenstadt und ihre planer sahen vor, die in ungesunden und überbelegten mietskasernen eingepferchten fabrikarbeiter und ihre familien von ihrer prekären wohnsituation zu befreien und ein lebenswertes umfeld zu schaffen. die rede war im endeffekt von einer radial angeordneten stark durchgrünten dispersen bebauung von mietwohnungen, wie sie bis heute in den peripherien der großstädte in GB prägend sind.

die situation die sie in daglfing und denning meinen zu sehen, hat allerdings nicht viel mit gartenstadt zu tun. der begriff ist schlicht falsch, weil es sich nicht um eine kommune oder zusammenhängende baugenossenschaften handelt, sondern zumeist individuelle baugrundstücke vorliegen, die mehrheitlich mit einfamilienhäusern bebaut sein mögen (wobei es ausreichende ausnahmen gibt) aber nicht die kriterien einer gartenstadt erfüllen.

verglichen mit dem zustand im london des industriezeitalters, und dem wunsch, die arbeiter aus ungesunden engen wohnungen zu befreien, haben wir völlig andere vorzeichen:
von extremer wohnungsnot geplagte 100.000 Menschen über 10 Jahre oder weniger brauchen dringend wohnraum. das heißt, das grüner disperser städtebau, der verantwortung komplett zuwiderläuft und durch die versiegelung dieser fläche mit ineffizienter einfamilienhausstruktur massiv ausgrenzt.

Kommentar Nr. 12

urbane subzentren für daglfing etc befeuern weitere infrastrukturprojekte wie u-bahn ausbau

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das von westen und osten durch disperse Bebauung eingerahmte Planungsgebiet Daglfing-Johanneskirchen eignet sich hervorragend für urbane dichte Bebauung.
Die Chance diesen Stadtteilen ein urbanes Zentrum zu geben und gleichzeitig die Wohnungsnachfrage mit städtischen Strukturen zu beantworten, besitzt Strahlkraft die über die Viertel hinausreicht.
Sie wissen, wie wichtig die Kreation von Subzentren in München auch zur Linderung des immer stärker werdenden Verkehrsaufkommens auf unseren Straßen ist.
Neue Subzentren bieten die Chancen Standorte aus der Innenstadt oder übergeordneten Ballungsräume zu verschieben und so die Verkehrssysteme zu entlasten.
Die Qualität des Viertels kann bei einer ausreichenden Menge Einwohnern auch den Weiterbau der fast gescheiterten U4 vom Arabellapark zur S8 nach Englschalking und darüberhinaus zur Messestadt befeuern. Eine Gartenstadt oder anderweitige disperse Bebauung würde eine Verlängerung der U-Bahn niemals rechtfertigen.

Verabschieden wir uns bitte von der Romantisierung von Grüninflation und Dorfmentalität im Städtebau, ansonsten wird es die Stadt und ihre Bürger ruinieren. Nur neuer Wohnraum beruhigt die aktuellen Wohnraumpreise und garantiert bezahlbare Mieten. Auch sie können eines Tages Opfer von Verdrängung werden. Wer weiß wann diese Blase wirklich platzt.

Kommentar Nr. 13

Antwort auf die Kommentare Nr. 7 und Nr. 8 von einem eingeborenen Münchner des Jahrgangs 1961 (!)

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Sehr geehrte Herren,
geschätzte Nachbarn,

wenn Sie sich über das aufregen, was ich geschrieben habe:
Ausgezeichnet, jetzt sind Sie hoffentlich hellwach.

Zum Thema des uns allen bevorstehenden "Entwicklungsgebiet München Nordost" braucht es viel wache Köpfe, die schon ausreichend frühzeitig mitdenken - also lange bevor die ersten Bagger anrollen werden. Und es werden sehr viele Bagger sein und entlang der Strecke der S 8 (egal ob oberirdisch oder unterirdisch ausgebaut) werden über viele Jahre hinweg sehr viele Kräne das nachbarschaftliche Bild prägen.

Meine Frage an Sie alle als Mitlesende: Wie viele aktive Mitglieder hat die Daglfinger B.I.L.D.-Initiative denn aufzubieten? 100 vielleicht, oder gar 1.000?

Wenn ich schreibe "Da passt ein zweites Neuperlach rein.", dann denke ich an 60.000 Menschen, die auf diesen 360 Hektar in 30.000 Wohnungen einziehen könnten. Mit der Verlängerung der U 4 nach Englschalking (S 8) und darüber hinaus vielleicht bis nach Riem zum S-Bahnhof und mit einer Straßenbahn-Linie über die Johanneskirchner Straße hinüber zur Gartenstadt Johanneskirchen, . . .

Denken Sie hier mit, daher meine Bitte an Sie alle:
Treffen wir uns am 23. Mai im ÖBZ beim Nordost-Forum
http://www.oebz.de/default.asp?Menue=2&Terminrubrik=10&TerminSubRubrik=1...
und reden dann als freundliche Nachbarn miteinander darüber, wie wir uns die Zukunft des Münchner Nordostens vorstellen könnten und vor allem (!) möchten.

Herbert Gerhard Schön, Johanneskirchen

Kommentar Nr. 14

Doppelt genähte Stiche heben gut: Einladung zum MitDenken, MitReden und vielleicht auch MitPlanen

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Im vergangenen Jahr hat unser Münchner Oberbürgermeister Christian Ude ein gut 360 Hektar großes Gebiet östlich der S-Bahn-Trasse (S 8) zum "Entwicklungsgebiet" erklärt.

Aufmerksamen Leser/innen der weiter reichenden Informationen hinter dieser Grundlagen-Seite http://muenchen-mitdenken.de/informieren wird es aufgefallen sein:
Bis 2030 ist mit einem Zuzug von etwa 155.000 Menschen nach München zu rechnen, in der weiten S-Bahn-Region mit zusätzlich 150.000 Menschen. Für diese mehr als 300.000 Menschen fehlen die eigentlich notwendigen 150.000 Wohnungen derzeit auf alle Fälle.
Wo gibt es überhaupt noch freie Flächen für einen neuen großen Wohnungsbau-Kraftakt?

Auf den "weißen Flächen" am Stadtrand scheint es noch freie Bau-Plätze zu geben und derzeit wird ja auch im Münchner Westen in Freiham für 20.000 Menschen ein neuer (moderner?) Stadtteil geplant und gebaut.
Wer war da schon mal draußen und hat sich das angeschaut?
Wem gefällt das?

Die Münchner Kreisgruppe des Bund Naturschutz in Bayern e.V. stellt hierzu diese Frage:
Ois zuabaun?

Zum MitDenken bei dieser Frage gibt es jetzt einen wichtigen Termin:
Am 23. Mai soll im ÖBZ beim Nord-Ost-Forum das Thema "Wachstum, Dichte und Qualität – wie verträgt sich das?" diskutiert werden.
http://www.oebz.de/default.asp?Menue=2&Terminrubrik=10&TerminSubRubrik=1...
Diskutieren Sie bürgerschaftlich interessiert mit, denn die Münchner Zukunft braucht viele aktive MitDenker/innen.

Herbert Gerhard Schön, Johanneskirchen