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Weitsichtige und kooperative Steuerung
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Fahrscheinloser Nahverkehr

Der Öffentliche Nahverkehr sollte auf einen Fahrscheinlosen Nahverkehr umgestellt werden welcher sich durch eine zweckgebundene Abgabe aller Einwohner sowie evtl. Abgaben der ansässigen Arbeitgeber finanziert. Ortsfremde können ein besonderes Ticket erwerben. Evtl. könnte man im Bereich der Hotels und Unkterkünfte eine der Kurtaxe ähnliche Abgabe einführen. Dafür sprechen gleich mehrere Gründe:

- Kosten für Fahrschein-Infrastruktur (Automaten, Schalter etc.) fallen weg
- Die Finanzierung des ÖPNV ist gesichert und könnte für alle Bürger günstiger werden oder sicherstellen das dien nötigen Mittel vorhanden sind um den ÖPNV noch attraktiver zu machen / auszubauen.
- Die Hemmschwelle in Form hoher Einzel- bzw. Tageskartenpreise verschwindet
- Es wird eine ökologische Richtungsentscheidung mit großer Signalwirkung / Bekenntnis zur Ökologie gesetzt
- Psychologischer Druck und Ärger verschwindet (wer hat nicht schon mal vergessen die neue Monatskarte am 01. zu kaufen / in den Geldbeutel zu stecken und wurde dann verknackt?)

Schlagworte: Fahrscheinkonzepte, ÖPNV
26 Teilnehmer/innen unterstützen den Vorschlag
0 Teilnehmer/innen sind neutral
4 Teilnehmer/innen lehnen den Vorschlag ab

Erklärung: Die Bewertung dient der Ermittlung der besten 10 Ideen. Weitere Infos dazu in den „Häufigen Fragen“.

Kommentar Nr. 8

Antwort des MVV

8

Sehr geehrte/-r "Rahelno",

dieser Ansatz bedarf nach unserer Einschätzung zunächst einmal einer entsprechenden Ermächtigungsgrundlage (Gesetz) nach der einzelne Kommunen eine solche Abgabe einführen könnten. Dazu wäre eine Grundsatzentscheidung der Politik erforderlich. Derzeit werden im MVV rd. 700 Mio. € an Einnahmen aus Ticketverkäufen generiert; diese Einnahmen müssten künftig auch über eine zweckgebundene Abgabe kompensiert werden, um das gleiche Leistungsangebot aufrechterhalten zu können. Rein rechnerisch würde dies eine Abgabe für den MVV-Raum je Einwohner von rd. 260 € im Jahr bedeuten. Dabei sind nicht leistungsfähige Personen (Kinder, Schüler, Studierende, Sozialhilfeempfänger usw.) noch nicht berücksichtigt. D.h. wenn nach sozialen Gesichtspunkten, bestimmte Personengruppen ausgenommen sein sollen, würde sich zwangsläufig die Abgabe für die tatsächlich verbleibenden Bürger entsprechend erhöhen. Mit zunehmender Höhe der ÖPNV-Abgabe würde sich diese aber juristisch wohl kaum umsetzen lassen.

In der Praxis sprechen aber schon bei ersten Überlegungen zahlreiche Gründe gegen die Einführung einer ÖPNV-Abgabe:

- Die Tarifgerechtigkeit (jeder bezahlt für die genutzte Strecke) wäre nicht mehr gewahrt, da jeder unabhängig vom Nutzungsgrad die gleiche Abgabe zu entrichten hätte.
- Das Leistungsangebot ist heute zwischen einzelnen Verbundlandkreisen und der LH München sehr unterschiedlich ausgeprägt; darauf würde eine pauschale Abgeltung keine Rücksicht nehmen. Jede preisliche Differenzierung bei einer ÖPNV-Abgabe würde das System verkomplizieren und den Verwaltungsaufwand erhöhen.

- Alle außerhalb des MVV wohnenden Personen (Einpendler, Tagesbesucher, Touristen, Geschäftsreisende) würden die ÖPNV-Leistung kostenfrei in Anspruch nehmen können; damit würde dem System erheblich Einnahmen fehlen, oder aber man müsste für diese Zielgruppen die gesamte Infrastruktur des Ticketvertriebs beibehalten.

- Auch wenn nur bestimmte Fahrgäste Tickets kaufen müssten, hätte dies zur Folge, dass auch das Kontrollpersonal weiterhin benötigt wird und auch hier keine oder nur geringe Einspareffekte erzielt werden könnten. Auch die Bürger im MVV-Raum müssten dann mit einer entsprechenden Fahrberechtigung ausgestattet werden.

Die in der Hauptverkehrszeit heute schon bestehenden Kapazitätsengpässe würden sich bei Realisierung eines kostenfreien ÖPNV durch den zu erwartenden Zugewinn an neuen Kunden nicht mehr – ohne erhebliche Investitionen in die Infrastruktur und Fahrzeuge bewältigt werden. D.h. der Zuschussbedarf des ÖPNV würde gegenüber dem status quo deutlich ansteigen und die öffentliche Haushalte noch stärker belasten.

Aus den genannten Gründen hält die Verbundgesellschaft die Einführung einer ÖPNV-Abgabe unter den bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen für nicht realisierbar.

Vielleicht interessiert in diesem Zusammenhang auch unsere Antwort auf den Beitrag
http://muenchen-mitdenken.de/vorschlag/oeffentlicher-personennahverkehr-... . Ergänzend zu unseren Ausführungen möchten wir Sie noch auf eine Stellungnahme des Verbandes der deutschen Verkehrsunternehmen (VDV) zu diesem Thema aufmerksam machen: http://www.vdv.de/medienservice/pressemitteilungen_entry.html?nd_ref=7567

Mit freundlichen Grüßen,
MVV (Münchner Verkehrs- und Tarifverband GmbH)

Kommentar Nr. 1

Hinweis der Moderation

1

Hallo Rahelno,

vielen Dank für Ihre Idee!

In der Online-Diskussion gibt es mittlerweile sehr viele spannende Ideen zum öffentlichen Nahverkehr. Hier ein paar andere Beiträge, die Sie auch interessieren könnten:

http://muenchen-mitdenken.de/vorschlag/berufsverkehr-entzerren

http://muenchen-mitdenken.de/vorschlag/alternative-mobilitaetskonzepte-n...

http://muenchen-mitdenken.de/vorschlag/mvv-tickets-fuer-studenten-und-az...

Weiterhin eine spannende Diskussion wünscht Maria Brückner (Moderation)

Kommentar Nr. 2

Und die ohne Handy?

2

Es gibt sie noch, die Leute, die kein Handy haben (wollen), ich kenne da einige. Und es soll vorkommen, das Leute vergessen, Ihr Handy aufzuladen oder es mitzunehmen, halte ich nicht für sinnvoll.

Kommentar Nr. 3

Nutzen?

3

Man darf nicht vergessen, dass bei der Einführung eines kostenlosen ÖPNV-Angebots vermutlich auch viele Fahrradfahrer wieder auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen würden und man somit u.U. eine kontraproduktive Wirkung erzielt.
Ich denke, wenn man die Monopolstellung der MVV/MVG bricht, würden die Ticketpreise sofort auf ein erträgliches Maß sinken und allein damit schon mehr Fahrgäste (auch für Einzelfahrten) anziehen.

Kommentar Nr. 4

Ohne Handy

4

Hallo Frederic,

scheint du hast den Vorschlag nicht wirklich gelesen denn auch ein Handy würde nicht benötigt. Fahrscheinlos im Sinne von "ohne Fahrschein" also auch keinem elektronischen.

Aufgrund dessen wie die Bezahlung geregelt würde ist es fraglich ob überhaupt je kontrolliert werden müsste.

Kommentar Nr. 5

RE: Nutzen

5

Hallo Mirjam,

auch dich möchte ich bitten meinen Vorschlag noch einmal zu lesen: Es geht nicht um "kostenlos" sondern "fahrscheinlos". Zahlen muss man durchaus und zwar alle.

Was die Fahrradfahrer angeht so bin ich mir nicht sicher ob die Zahl derer die aus reinen Kostengründen Fahrrad fahren wirklich so hoch ist. Der Ausbau des ÖPNV ist ohnehin ein weiterer, notwendiger Schritt.

Was das Monopol angeht so stellen sich hier gleich mehrere Fragen. Zum Einen wie eine Verrechnung / Zuständigkeit / Bezahlung mit mehreren Firmen überhaupt möglich wäre und zum anderen wie die Verwahrlosung der Infrastruktur durch die Privatfirmen verhindert werden könnte.

Kommentar Nr. 6

fahrscheinlos - Beispiele?

6

Ich finde die Idee großartig. Gibt es Beispiele aus anderen Städten, in denen dies oder Ähnliches umgesetzt wurde?

Kommentar Nr. 7

fahrscheinloser Nahverkehr

7

Eine Folge des fahrscheinlosen Nachverkehrs wäre, dass - insbes. im Winter - Obdachlose (zusamamen mit ihrem Gepäck) die öffentlichen Verkehrsmittel als Wohnraum nutzen könnten.