Logo Landeshauptstadt München

test

Wie stehen Sie zu diesem Vorschlag?

Die Bewertung ist abgeschlossen. Die am besten bewerteten Ideen finden Sie unter "Beste Ideen"
Qualitätsvolle und charakteristische Stadträume
7 66

Erhalt der noch vorhandenen Lebensqualität Münchens

Die Stadt muß die Planungshoheit wieder selbst in die Hand nehmen. Im Moment bestimmen Bauträger die Stadtentwicklung mit ihrem Maximalprofitdenken. Dies äussert sich zu allem Überfluss in einem verheerend einfallslosen MöchtegernBaushausArchitekturEinheitsbrei. Das Geheimnis ist dass "...wir aufgrund der hohen Flächenpreise nicht mehr hochwertig bauen können." Ein Makler der BayWoBau nachdem er nach der schlechten planerischen Qualität einer EG-Wohnung in den Nymphenburger-Höfen gefragt worden war.
Überall wird zu dicht, zu teuer und zu schlecht gebaut!
Auf 2000m² täten es statt 12 Luxuswohnungen = ca. 14 Personen ohne Kinder (da 1 Wohnung Anlageobjekt, 1 Wohnung Zweitwohnung und 1 Wohnung nicht verkäuflich) auch 5 EFH = 17 Personen, 5 Familien mit je 1-2 Kindern. Auf dem Paulanergelände wird wohl dasselbe geschehen.
Zudem gilt ständig Baurecht vor Baumrecht. Jedes Grundstück wird bis an den Rand ausgeschachtet und freigeräumt. Das war mit "Eigentum verpflichtet" im Grundgesetz nicht gemeint. Und das wo München bereits mit Grünflächen unterversorgt ist (Platz 14; UrbanAudit).
Ältere, das Ortsbild prägende, Bebauung wird geopfert, der Denkmalschutz entzieht seine schützende Hand. Giebeldächer werden zwecks Gewinnmaximierung durch hässliche Flachdächer ersetzt.
Insgesamt betrachtet hat die Attraktivität Münchens in den letzten 20 Jahren beschleunigt abgenommen. Lebensqualität, Architektur, Natur- und Denkmalschutz müssen wieder zu ihrem Recht kommen.

Schlagworte: Architektur, Denkmalschutz, Städtebau, Verdichtung, Grünflächen, Lebensqualität
54 Teilnehmer/innen unterstützen den Vorschlag
4 Teilnehmer/innen sind neutral
8 Teilnehmer/innen lehnen den Vorschlag ab

Erklärung: Die Bewertung dient der Ermittlung der besten 10 Ideen. Weitere Infos dazu in den „Häufigen Fragen“.

Kommentar Nr. 7

Antwort der Verwaltung

7

Sehr geehrter Herr Dorsch,
vielen Dank für Ihren engagierten Beitrag, den wir mehr als Statement, denn als Frage auffassen.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten – und das muss man dann auch tun: Die Nymphenburger Höfe sind Ergebnis eines sorgfältig vorbereiteten Wettbewerbs auf der Grundlage von Eckdaten, die der Stadtrat beschlossen hat. Es ist also keineswegs so, dass die Stadt in diesen Fällen die Planungshoheit aus der Hand gegeben hätte. In diesen Wettbewerbsverfahren sind neben den Fachleuten auch Vertreter der Stadt und des Stadtrats eingebunden. Die Entscheidungen sind transparent und nachvollziehbar. Sie werden meist unter großer Aufmerksamkeit der Münchner Presse und der Fachöffentlichkeit diskutiert und kommentiert.

Mit der selben Methodik wird auch das Paulaner-Gelände überplant werden, wobei hier sehr frühzeitig zusätzliche Angebote für eine Beteiligung der Öffentlichkeit geschaffen werden.

Dass in der heutigen Architektur das offene und oft gut nutzbare Flachdach den Vorrang vor dem geschlossenen Satteldach erhält, kann man kritisieren. Man kann aber auch die dadurch gewonnenen Möglichkeiten hervorheben. Das Satteldach dominiert noch immer das Münchner Stadtbild in den historischen Bereichen und in den zahlreichen gründerzeitlichen Vierteln innerhalb des Mittleren Rings; und das wird auch so bleiben. Wenn sich die neugebauten Viertel davon absetzen wollen und zu erkennen geben, dass sie Kinder ihrer Zeit sind, dann ist dies, wie wir aus vielen Diskussionen in solchen Gremien und zum Beispiel auch in der Kommission für Stadtgestaltung wissen, sicher nicht falsch.

Die Diskussion um den richtigen Weg, gab es schon immer und sie wird weitergehen. Im Rahmen der Untersuchungen zur langfristigen Siedlungsentwicklung wird es einen wichtigen Part geben, der sich mit der Weiterentwicklung unseres räumlich-gestalterischen Leitbildes befasst; mit anderen Worten: Zu der Frage, wo und wie sich die Stadt gemeinsam mit dem Umland in den nächsten Jahrzehnten noch weiter entwickeln kann, gehört auch die Frage, in welcher Weise sie dies tut. Auch wenn es die Bauträger sind, die diese Entwicklung in den gemeinsam entwickelten Baufeldern umsetzen: Die Definitions- und Planungshoheit bleibt bei der Gemeinde; ganz im Sinne Ihres Appells. Das ist ja genau der Grund, warum wir mit der Perspektive München und dem Projekt der Langfristigen Siedlungsentwicklung Diskussionsprozesse in Gang setzen und verfolgen.

Mit freundlichen Grüßen,
Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Lokalbaukommission

Kommentar Nr. 1

Architektonischer Einheitsbrei, Sichtachsen, Attraktivität

1

Den Beitrag unterstütze ich so voll und ganz! In den goßen Neubaugebieten entsteht ein architektonischer Einheitsbrei. Grünflächen bleiben oftmals ungestaltet, so zwischen Hackerbrücke und Donnersberger Brücke. Eine Ödnis für's Auge! Menschen leben doch nicht nur in ihren Wohnungen sondern auch draußen. Gerade dort können sie sich in öffentlichem Raum ungezwungen begegnen und Nachbarschaft aufbauen! Tatsächlich verliert München zunehmend an Attraktivität! Der Zuzug ist den Beschäftigungsmöglichkeiten geschuldet. Wer kann, zieht ins Umland! Generell, ist es ja nicht verkehrt, wenn eine Stadt nicht ins unendliche wachsen muss aber sie sollte die Lebensqualität für ihre Bürger erhalten! Mittlerweile gibt es sogar wieder einen Trend, dass selbst Städte im Ruhrgebiert, wie Essen, an Interesse gewinnen, dort u.a. durch kulturelle Lebendigkeit und Vielfalt! Lobend erwähnt werden muss hier allerdinges die Renaturierung der Isar, das war eine planerische Großtat und sicher auch ein politisches Wagnis! - Dennoch möchte ich auch noch einmal den Blick auf die neuerdings verbauten Sichtachsen der Stadt lenken. Die Gartenplaner im Nymphenburger Park und im Englischen Garten wussten noch um die Bedeutung von Sichtachsen und haben diese bewusst eingebaut. Warum sind wir heute dümmer als damals, wo doch das Wissen darüber schon bekannt ist?

Kommentar Nr. 2

München kann sich keine schöne Architektur mehr leisten? Weil der Baugrund zu teuer ist?

2

Das kann nicht stimmen. Denn ab und zu komme ich auch durch weit abgelegene ländliche Regionen, die viele landschaftlich schöne Freiräume bieten und die sich auch durch wirklich günstige Grundstückspreise auszeichnen. Aber wie bauen die Leute dort?

Ich will hier jetzt keine deutschen oder europäischen Regionen beleidigen - daher als wertende Beschreibung nur: Eigenartig, . . . , greislich, . . . , obergreislich, . . .

Und selbstverständlich gibt es auch auf dem Land genauso auch wirklich wunderschöne Beispiele moderner Architektur. Und es leben auch auf dem Land Menschen mit wenig Geld, die aus einer "alten kleinen Schachtel" von 1895 mit viel Liebe ein Muster-Projekt "Denkmalschutz" hervorzaubern. Es liegt also nicht (nur) alleine am Geld.

Genauso auch in München: Natürlich kann sich hier ein Bauträger oder Makler sehr leicht damit herausreden, dass die hohen Bodenpreise eine qualitativ hochwertige Architektur unmöglich machen würde. Das kann leicht gesagt werden, denn auf dem angespannten Münchner Immobilienmarkt lässt sich auch das allerletzte Schauder-Objekt verkaufen, "wenn der Preis stimmt". Und im Allgemeinen wäre bei der Preisgestaltung schon noch ausreichend Luft drin, um ein gestalterisch anspruchsvoll arbeitendes Architekturbüro für eine entsprechend gute Arbeit auch dementsprechend anständig zu bezahlen.

Angesichts der anhaltenden Wachstumsentwicklung in München fürchte ich mich vor den kommenden 20 Jahren, wenn wir es so weitertreiben lassen.

Kommentar Nr. 3

"Grünflächen bleiben oftmals ungestaltet, so zwischen Hackerbrücke und Donnersberger Brücke." (?)

3

Lieber Münchenfreund, Sie meinen mit dieser Grünfläche den ARNULFPARK-Park?
Aufgepasst - diese Grünfläche ist total modern gestaltet. Freilich, wenn Ihnen so etwas nicht gefällt, . . .
Jedenfalls hat das vielbeschäftigte Büro REALGRÜN aus der knapp vier Hektar großen / kleinen Restfläche (als erster Preisträger eines landschaftsgestalterischen Wettbewerbs) die zentrale Grünfläche für das Projektgebiet ARNULFPARK innerhalb der städtebaulichen Entwicklungs-Achse Hauptbahnhof - Laim - Pasing planerisch gekünstelt:
http://www.realgruenlandschaftsarchitekten.de/_pdfs/real_arnulfpark.pdf
http://www.architonic.com/aisht/arnulf-park-realgrn-landschaftsarchitekt...

Ich erinnere mich noch sehr gut an die offizielle Baumpflanzungs-Feier so Mitte 2004, als unser Oberbürgermeister Christian Ude in seiner Feier-Rede sinngemäß folgendes sagte:
Er spräche ja immer viel lieber von 39.000 qm neuer Park-Fläche im Neubaugebiet ARNULFPARK, weil das nach mehr und größer klingen würde als vier Hektar.
Das sorgte damals bei den wenigen Damen und vielen Herren der am ARNULFPARK-Projekt beteiligten Bauträger-Firmen und Investoren für große Heiterkeit. Wenn ich mir die Zeit zum Suchen nehmen könnte, würde ich die damals gemachten "Jetzt lachen sie aber"-Photos wieder finden. Nur wirklich lustig finde ich diese Geschichte immer noch nicht.

Aber nichts muss so bleiben wie es ist:
http://guerillagardeningmunich.weebly.com/
http://www.greencity.de/themen/stadtgestaltung/wanderbaumallee/

Kommentar Nr. 4

Bauträger bestimmen Stadtbild

4

Ich geben Ihnen alle nur erdenklichen Stimmen!! Es ist jedoch leider ernsthaft zu befürchten, daß die Stadt weiter in atemberaubendem Tempo uncharmante und öde Flachdach-Betonschachteln mit vielen Ecken, Quadraten und Kanten baut und bis auf den letzten Zentimeter das Gelände ausnutzt. Ich kenne bei all den vielen Neubauten leider kein Gegenbeispiel, nicht ein einziges Haus, das mal etwas zeitloser, klassischer oder stilvoller wäre, eines, das sich an der Umgebung orientiert und sich WIRKLICH harmonisch einfügt. Immer muß irgendein Flachdach-Kubus drangeklebt oder danebengebaut werden.

Mein größter Herzenswunsch wäre es, daß unser aller Stimmen, die so sehr für den Erhalt dieser ehemals schönen Stadt "kämpfen" und sich für mehr Lebensqualität und Schönheit in München einsetzen, die Chefplanung und die Stadt endlich aufrütteln.
Wir - das sind Hunderttausende von Münchnern!
Die Stadt sollte einmal eine groß angelegte Umfrage auf der Straße machen und fragen, wie die Menschen all die neuen Bauten finden. Sie wäre höchstwahrscheinlich überrascht, wie unglaublich schlecht diese Häuser ankommen und wie entsetzt man über die stilistische Entwicklung ist.

Kommentar Nr. 5

Sichtachsen mit-schützen!

5

Ich schließe mich dem Kommentar Nr. 1 aus vollem Herzen an: "Die Gartenplaner im Nymphenburger Park und im Englischen Garten wussten noch um die Bedeutung von Sichtachsen und haben diese bewusst eingebaut. Warum sind wir heute dümmer als damals, wo doch das Wissen darüber schon bekannt ist?"
Wie konnte es zugelassen werden, daß die freie Sichtachse vom Odeonsplatz Richtung Schwabing über die Ludwigstrasse - Münchens klassizistisches Prunkstück! - durch die beiden Hochhäuser am Ende zerstört wird? Wer hat genehmigt, daß die neue Bebauung an den einmaligen Nymphenburger Schloßpark so nahe heranrückt, daß es fast keinen "grünen" Weitblick mehr im Park gibt? Die historischen Sichtachsen müssen ZUSAMMEN mit den historischen Bauten unter DENKMALSCHUTZ gestellt werden, sonst wird das, was Münchens einmaligen Charakter als kgl. bayrische Residenzstadt ausmacht, unwiderbringlich zerstört! Ich möchte nicht soweit gehen, hier Korruption bei den zuständigen Behörden zu unterstellen, aber von unseren vielen Gästen, die München wegen der einmaligen Bauten der Wittelsbacher besuchen, habe ich diese Vermutung schon mehrfach gehört. Bitte schützt München vor dem Abstieg zu einer X-beliebigen Stadt ohne eigenes Gesicht, die ihr individuelles historisches Erbe an einmaligen Bauten und Parks dem puren Kommerz opfert.

Kommentar Nr. 6

Einladung zum MitDenken, MitReden und vielleicht auch MitPlanen: Nord-Ost-Forum im ÖBZ am 25. Mai

6

Im vergangenen Jahr hat unser Münchner Oberbürgermeister Christian Ude ein gut 360 Hektar großes Gebiet östlich der S-Bahn-Trasse (S 8) zum "Entwicklungsgebiet" erklärt.

Aufmerksamen Leser/innen der weiter reichenden Informationen hinter dieser Grundlagen-Seite http://muenchen-mitdenken.de/informieren wird es aufgefallen sein:
Bis 2030 ist mit einem Zuzug von etwa 155.000 Menschen nach München zu rechnen, in der weiten S-Bahn-Region mit zusätzlich 150.000 Menschen. Für diese mehr als 300.000 Menschen fehlen die eigentlich notwendigen 150.000 Wohnungen derzeit auf alle Fälle.
Wo gibt es überhaupt noch freie Flächen für einen neuen großen Wohnungsbau-Kraftakt?

Auf den "weißen Flächen" am Stadtrand scheint es noch freie Bau-Plätze zu geben und derzeit wird ja auch im Münchner Westen in Freiham für 20.000 Menschen ein neuer (moderner?) Stadtteil geplant und gebaut.
Wer war da schon mal draußen und hat sich das angeschaut?
Wem gefällt das?

Die Münchner Kreisgruppe des Bund Naturschutz in Bayern e.V. stellt hierzu diese Frage:
Ois zuabaun?

Zum MitDenken bei dieser Frage gibt es jetzt einen wichtigen Termin:
Am 23. Mai soll im ÖBZ beim Nord-Ost-Forum das Thema "Wachstum, Dichte und Qualität – wie verträgt sich das?" diskutiert werden.
http://www.oebz.de/default.asp?Menue=2&Terminrubrik=10&TerminSubRubrik=1...
Diskutieren Sie bürgerschaftlich interessiert mit, denn die Münchner Zukunft braucht viele aktive MitDenker/innen.

Herbert Gerhard Schön, Johanneskirchen