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Qualitätsvolle und charakteristische Stadträume
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Bündnis Bezahlbares Wohnen - Wem gehört die Stadt?

Ich wohne in einem Ende des 19. Jhd's errichteten Altbau in München, bestehend aus 6 Häusern (eines unter Denkmalschutz). Bei einem wurde dieser kurz nach Verkauf an eine Investorengemeinschaft aufgehoben. 4 der Häuser sollen komplett abgerissen werden. Das soz. Spektrum reicht vom Sozialhilfeempfänger bis zum Universitätsprof., vom Säugling bis zur fast 90jährigen Rentnerin. Einige von uns wohnen seit den 50er Jahren hier. Die Miete in den geplanten Luxuswohnungen werden wir uns nicht mehr leisten können.
BGB §573 u. §559 - neben anderen Bestimmungen - bilden die Grundlage für die massenhafte Zerstörung von bezahlbarem Wohnraum v.a. in Ballungsgebieten, da so Häuser luxussaniert oder abgerissen werden können. Dies führt zu einer Vertreibung von Altmietern, die sich die hohen Mieten dann nicht mehr leisten können. Die Vielfältigkeit der Stadtviertel ist stark gefährdet.
Dies ist kein Einzelfall! Im münchenweiten Bündnis „Bezahlbares Wohnen“ haben sich bisher 18 Initiativen vereint, bei der jede ähnlich gravierende Fälle zu berichten hat. Hier stellt sich uns allen die Frage: Wo sollen die Menschen wohnen, die eine Stadt am Leben erhalten?
Gesetzesänderungen sind dringend notwendig, ebenso Bestimmungen zu Milieuschutz, Erhaltungssatzungen u. Einschränkung von Eigentumsumwandlung. Auch die Ausweisung neuer Sanierungsgebiete u. die Schaffung neuer sog. Kreativquartiere muss im Hinblick auf die Investorenwahl geprüft werden. Genossenschaftsmodelle müssen stärker gefördert werden!

Schlagworte: Altbau, Denkmalschutz
30 Teilnehmer/innen unterstützen den Vorschlag
0 Teilnehmer/innen sind neutral
1 Teilnehmer/innen lehnen den Vorschlag ab

Erklärung: Die Bewertung dient der Ermittlung der besten 10 Ideen. Weitere Infos dazu in den „Häufigen Fragen“.

Kommentar Nr. 1

Bezahlbares Wohnen- wem gehört die Stadt ?

1

Hausbau kostet viel Geld und Häuser unterliegen der Abnutzung und können nur durch viel Geld erhalten werden, welches über die Mieten finanziert werden muß, ein wirtschafliches Naturgesetz. Mieter sind nicht Eigentümer, deshalb ist die Frage, wem die Häuser in der Stadt gehören, eigentlich leicht zu beantworten.
Wird diese Erkenntnis mißachtet entstehen Plattenbauten und schönste historische Bausubstanz verkommt, wie es uns gerade eindrucksvoll in der DDR vorgeführt wurde und in vielen Teilen des Ostblocks zu besichtigen ist. Auswüchsen des Marktes kann durch Gesetz und Verfassung entggengetreten werden.
Es sollt die Kunst der Regierenden sein, das Bauen von Mietshäusern - wie vor und nach der Jahrhundertwende - für das private Kapital wieder attraktiv zu machen und es nicht den Bauträgern oder Versicherungen - die haben sich aus dem Wohnungsbau ohnehin schon fast gänzlich zurückgezogen -zu überlassen.
Die schönen, qualitätvollen Bürgerhäuser , in denen offensichtlich auch der Gast wohnt, der seine Gedanken hier äußert , sind nicht errichtet worden, um ihm bezahlbaren Wohnraum zu gewährleisten, sondern weil vermutlich ein Privatmann mit Freude an Bauqualität sein Erspartes langfristig anlegen und natürlich auch eine gewisse Rendite erzielen wollte, die langfristig mit vielleicht 4 % sicher nicht überzogen ist und die insbesodnere auch dazu dient, das Haus instandzuhalten oder neu zu bauen, wenn es seine Altersgrenze erreicht hat.

Kommentar Nr. 2

Diese Stadt gehört schon längst nicht mehr uns: Daher müssen wir sie uns wieder zurückholen!

2

Es ist ja schon eine ganze Zeit her, dass das Münchner Volk auf die Straßen gegangen ist, weil etwas teurer wurde: Das Bierpreis wurde im März 1844 um einen Pfennig erhöht, weil die Rohstoffe für die Brauereien knapp wurden - das führte zur ersten Münchner Bier-Revolution.

Und jetzt? Die Wiesn-Mass wird 9,50 € kosten, die Wohnungsmieten werden eiskalt mit über 11,- €/qm auch immer "normaler", . . .

Also jetzt: Wann beginnt hier der große Münchner Mietpreis-Aufstand mit Montags-Demos vor dem Münchner Planungsreferat und den vielen Firmen-Zentralen der großen Bauträger-Gesellschaften hier in unserer schönen Werte schaffenden Stadt?

Unsere Stadt?

Diese Stadt gehört schon längst nicht mehr uns:
http://www.youtube.com/watch?v=IBdCrMNHNRI

Herbert Gerhard Schön, Johanneskirchen / 13. Stadtbezirk Bogenhausen

Nachsatz: Eine Nachricht an "Dr. Besserwisser"

Mein allerbester "Dr. Besserwisser",
angeblich lässt es sich in Berlin auch wunderschön spekulieren. Ich meine ja nur, Sie werden vielleicht auch die Plattenbau-Siedlungen in (Ost-)Berlin kennen, da braucht es vielleicht so jemanden wie Sie, um einen modernen und profitablen Städtebau praktisch umzusetzen. Gehen sie doch mal nach Marzahn-Hellersdorf rein und erklären den Berliner Menschen dort auf der Straße Ihre Sicht der Dinge. Und wenn Sie das dann noch können, kommen Sie wieder nach München zurück und wir können uns beispielsweise im Biergarten auf den Nockherberg über Ihre Berliner Erlebnisse unterhalten. Echt wahr!

Kommentar Nr. 3

Es muß dringend etwas geschehen!

3

Ich habe es gründlich satt! Daher bin ich zu meinem Partner gezogen, welcher eine Eigentumswohnung hat. Scheinbar bin ich aus dem Schneider! Nein: Ich fürchte fast ich bin geflüchtet weil ich keine andere Wahl hatte!

Es ist bis jetzt immer das gleiche gewesen: man findet eine nette Gemeinschaft, mietet sich ein, man will einfach nur einen bescheidenen Lebensstil pflegen, die Miete ist gerade so erschwinglich - dann aber stirbt der Vermieter, die Erben lachen sich ins Fäustchen und verkaufen an Spekulanten, angeblich wohltätige Vereine, Immobilienkonzerne und andere Geißeln der Menschheit, welche nichts unversucht lassen um die unliebsamen Steinläuse zu vertreiben.

Der überlastete Mieterverein kann in den seltensten Fällen wirklich helfen, bestenfalls eine Schadensbegrenzung ist drin. Diese Geschichte habe ich schon viel zu oft am eigenen Leibe und bei anderen erlebt! Derweil soll man mal versuchen sein Studium und seinen Beruf halbwegs vernünftig hinzubiegen, während diejenigen die eher begüterte Eltern haben von alldem nichts mitbekommen und einen fragen warum man denn immer so eine sauertöpfische Miene trägt!

Immerhin hatte ich, als es in einer handfesten Partnerschaftskrise um Rausschmiß ging das letzte Wort. Es war: "Du willst mich jetzt also wieder den Miethaien zum Fraß vorwerfen!"

Ich fordere eine Lex München! Die Erhaltungssatzung greift nicht und hat nie gegriffen! Dies ist eine Millionenstadt die einem Kartell gehört!

Kommentar Nr. 4

Wem gehört die Stadt?

4

Leider wird die Frage wem die Stadt gehört nicht wirklich beantwortet. Lediglich eine Analyse der aktuellen Lage ist hier gegeben....

Kommentar Nr. 5

Bezahlbares Wohnen

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Ich stimme Gast voll und ganz zu. Die Meinung von Dr.Besserwisser möchte und muß ich kommentieren. Wo ich ihm Recht geben muß, ist der finanzielle Ausgleich für die Abnutzung, das sog. Abwohnen. Auch gegen eine moderate Rendite ist ja nichts einzuwenden – so lange die Mieten bezahlbar bleiben. „Wirtschaftliches Naturgesetz“ als Grundlage für die Renditengier? Ein nachhaltig an seiner Immobilie interessierter Vermieter kalkuliert seine Mieten seriös und verwendet die über die Mieten eingezogenen Gelder sachbezogen. Und erzielt langfristig auch seine Rendite. Die zitierten Naturgesetze sind das krasse Gegenstück zum Sozialstaat, eigentlich zu jeder Form von zivilisiertem Zusammenleben. Mit „Der Stärkere frißt den Schwächeren“ werden Sie in unserer Republik nicht weit kommen, wenn es vielleicht Ihre Lebensphilosphie sein mag.
Als Beispiel die „Plattenbauten“ im Ostblock heranzuziehen ist auch falsch. Dann muß man alles im Ostblock sehen, die Fabriken, die Strassen usw. Das waren Systemfehler, man hat das Geld lieber in die Aufrüstung gesteckt. Besser ist es als Vergleich die Wohnungsbaugenossenschaften heranzuziehen. Wieso können die ihre Bestände pflegen und erhalten? Weil sie Wohnungen und Häuser nicht als kurzfristige Spekulationsware sehen und (fast) keine Rendite erwirtschaften müssen. Grundsätzlich darf man die Vermieter nicht über einen Kamm scheren, es gibt „Gottseidank“ noch viele, in ihrer Grundeinstellung, sozial eingestellte Vermieter.