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Zwischenstand des Online-Dialogs - Zusammenfassung der Moderation

Um den Einstieg in die Diskussion zu erleichtern, hat die Moderation hier einen Überblick der bisherigen Themen zu den einzelnen Leitlinien zusammengetragen:

Leitlinie: Offene und Attraktive Ausstrahlung
Die Beiträge der Leitlinie „Offene und Attraktive Ausstrahlung“ sind sehr breit gestreut – im Mittelpunkt stehen Vorschläge zu den städtebaulichen Qualitäten Münchens, zur Verbesserung der Kultur- und Sportangebote sowie vielfältige Einzelideen.

So wird beispielsweise vorgeschlagen, wichtige Sichtachsen „Blick vom S-Bahnhof Laim ins Gebirge“ in München zu erhalten und zu gestalten. Ebenfalls wichtig ist den Diskutanten, die historische Bausubstanz in München zu bewahren. Die Absenkung von Bordsteinkanten würde dem Ziel eines barrierefreien Münchens fördern. Die Kultur der „öffentlichen Toiletten“ sollten wieder aufleben bzw. neue in der Stadt gebaut werden. Kontrovers diskutiert werden die Vorschläge, der Raum und Wohnungsknappheit mit dem Bau von attraktiven Hochhäusern zu begegnen oder die steigenden Mietpreise durch ein Verbot von Luxussanierungen zu bremsen. Vorwiegend abgelehnt wurde der Bau einer 3. Landebahn auf dem Flughafen.

Die Kleinkunst in der „Schwere Reiter – Halle“ ist zu erhalten und auch in den urbanen Stadtteilen ist es wünschenswert, wenn „Kultur-Mitternachtsshopping“ genehmigt wird, damit die „wunderbaren Münchner Stadtteile in einem besonderen Licht“ erscheinen. Das Fahrradnetz ist ein wichtiges Aushängeschild und sollte beispielsweise durch „öffentliche Fahrrad- Reparatur- und Pflegeplätze“ verbessert werden. Glascontainer könnten als künstlerische Gestaltungsfläche fungieren. Eine neue Basketball-Halle für die FCB Basketballer sollte auf dem derzeitigen Standplatz des Zeltes des Deutschen Theaters gebaut werden. Als IT-Standort sollte München – zumindest in öffentlichen Gebäuden – einen freien Wifi-Zugang anbieten.

Alle Beiträge zur Leitlinie "Offene und Attraktive Ausstrahlung"

Leitlinie: Weitsichtige und Kooperative Steuerung
Die Beiträge zur „Leitlinie Weitsichtige und kooperative Steuerung“ beziehen sich hauptsächlich auf Verkehrs-, Wohnungs- und Bildungsfragen.

Dabei wird insbesondere diskutiert, wie der öffentliche Nahverkehr besser organisiert und insgesamt in seiner Qualität verbessert werden kann. Der Vorschlag eines zweiten S-Bahntunnels wird hier mehrheitlich abgelehnt. Die Dezentralisierung des Nahverkehrs wird insgesamt positiv bewertet, da die Ballung des Verkehrsaufkommens in wenigen Knotenpunkten kritisiert wird. Es wird angeregt U- und S-Bahnen besser miteinander zu verknüpfen, einen Südring zu bauen oder als mögliche Alternative zur Einrichtung einer Ringbahn, Expressbuslinien einzuführen. Zudem wird vorgeschlagen, den Nahverkehr durch den Einsatz von moderner Kommunikation intelligenter zu gestalten bzw. einen Fahrscheinlosen Nahverkehr oder ÖPNV-Schnuppertage für Autofahrer einzuführen. Wichtig ist den Diskutierenden auch die Herstellung von Barrierefreiheit, um Allen die Nutzung des Nahverkehrs möglich zu machen.

Die Stärkung des Radverkehrs ist ein weiteres wichtiges Thema. Die größte Unterstützung hat der Vorschlag, einen durchgehenden Radweg zwischen Pasing und Hauptbahnhof zu schaffen. Alle Tempo 30 Zonen könnten auch für Fahrräder geöffnet werden. Positiven Anklang findet der Vorschlag ein engmaschiges Leihfahrradsystem zu etablieren. Beim Thema Autoverkehr wird vor allem die Einführung und Unterstützung alternativer Mobilitätskonzepte diskutiert, sowie eine bessere Organisation der Parksituation.
Es wird vorgeschlagen die Modellschule Hochstraße in der jetzigen Form zu erhalten und auszubauen, damit gewährleistet ist, dass Familien die Belastung von Vollzeitberufstätigkeit oder anderen schwerwiegenden Belastungen (z.B. Alleinerziehend) plus Schule bewältigen können.

Beim Thema Wohnen stehen vor allem die Probleme durch Zuzug und Verdichtung im Mittelpunkt. Der Vorschlag den Zuzug nach München zu begrenzen, wird eher als unrealistisch eingestuft. Überzeugender scheint derzeit die Idee, bezahlbare Wohnungen durch städtischen Grunderwerb zu schaffen.

Zur Steigerung der Lebensqualität wird vorgeschlagen die Zahl von Sitzgelegenheiten auf öffentlichen Plätzen deutlich zu steigern. Der Schutz von Grünflächen, die Neubepflanzung von Flächen und ein verbessertes Stadtklima durch die Öffnung von Bächen werden positiv hervorgehoben.

Alle Beiträge zur Leitlinie "Weitsichtige und Kooperative Steuerung"

Leitlinie: Solidarische und Engagierte Stadtgemeinschaft
Die am höchsten bewerteten Vorschläge der Leitlinie „Solidarische und Engagierte Stadtgesellschaft“ beziehen sich auf das Thema Wohnen und Raumnutzung. Aber auch die Vorschläge zu Nah- und Radverkehr sind in dieser Leitlinie bedeutsam.

Zu den Themen Raumnot und hohe Mietpreise wird vorgeschlagen, die Wohnflächen gegenüber Bürofläche zu bevorzugen, das bedeutet Bürofläche bei hohem Leerstand umzuwidmen und die Genehmigung von neuen Bürogebäuden ebenfalls vom Leerstand abhängig zu machen. Zum anderen wird gefordert, dass die Stadt bei Kasernenauflösungen ein Vorkaufsrecht bekommt und Wohnungsbaugenossenschaften wieder stärker fördert, um den sozialen Wohnungsbau zu stärken. Überwiegend positiv gesehen wird die Idee, Brachflächen und leerstehende Gebäude für temporäre Nutzungen freizugeben, die in einer Kooperation zwischen Investoren, örtlichen Gruppen unter fachlicher Leitung stattfindet. „So können die "alten" Nachbarn von Veränderungen profitieren, "neue" Nachbarn im Quartier ankommen und das gemeinsame Projekt Identität stiften. Von dieser "Gründerzeit" profitiert ... das ganze Quartier, besonders wenn ein Raum- oder Aktivitätsangebot es dauerhaft ins Neubau- oder Nutzungskonzept schafft. Es sollten Möglichkeiten geschaffen werden, dies bei der Vergabe von Grundstücken oder Schaffung von Baurechten zu belohnen."

Im Bereich des Nahverkehrs wird vorgeschlagen die Begrenzung des Ausbildungstarifs auf die Strecke zwischen Arbeit und Wohnung aufzuheben und Studenten sowie Azubis ein vollwertiges MVV Ticket zu geben. Im Themenbereich Fahrrad wird insbesondere bemängelt, dass immer weniger Wege für Radfahrer freigegeben sind und die Nutzbarkeit von bestehenden Wegen durch parkende Autos häufig eingeschränkt wird.

Bürgergärten oder Dachgärten könnten die Selbstversorgung mit Obst und Gemüse unterstützen und den sozialen Zusammenhalt stärken. Auch könnte man gleich neben öffentlichen Müllbehältern einen Auffangbehälter für Pfandflaschen anbringen, um die Personen zu unterstützen, die die Pfandflaschen zum Supermarkt bringen (Social Müll).

Die Teilnehmenden wünschen sich auch weiterhin, bei planerischen Entscheidungen frühzeitig eingebunden zu werden. Eine „SPEAKERS CORNER im Englischen Garten passt in eine offene und kritische Stadtgemeinschaft, die sich damit ein kleines Podium zur Gesellschaftskritik im öffentlichen Raum schafft“.

Alle Beiträge zur Leitlinie "Solidarische und Engagierte Stadtgemeinschaft"

Leitlinie: Qualitätsvolle und Charakteristische Stadträume
Die Leitlinie „Qualitätsvolle und charakteristische Stadträume“, ist die Leitlinie mit den meisten Beiträgen und auch bestbewerteten Vorschlägen. Sehr wichtig ist den Teilnehmenden, die lebenswerte und attraktive Gestaltung von öffentlichen Plätzen und Stadtvierteln. Dies soll zum Beispiel durch einladende Sitzgelegenheiten, die Abkehr von puristischem Design, Marktstände und regelmäßige Flohmärkte geschehen. Zur Stärkung der Stadtteile werden ebenfalls Flohmärkte, sowie Nachbarschafts- und Straßenfeste vorgeschlagen. Zudem wird gewünscht den Geschäften und der Gastronomie mehr Freiheit bei der Nutzung öffentlicher Flächen zuzugestehen und die Stadtteile durch die Förderung von kulturellen Einrichtungen, wie etwa Stadtteilkinos, zu bereichern.

Eine Verschiebung der Prioritäten vom Autoverkehr zum öffentlichen Nahverkehr trägt aus Sicht der Teilnehmer zu einer qualitätvollen Stadtentwicklung bei. Kontrovers aber mehrheitlich zustimmend wird über den Vorschlag „Autofreie Stadt“ diskutiert. Es wird angemerkt, dass sich für die Verwirklichung dieses Ziels zuerst die Qualität des öffentlichen Nahverkehrs verbessern müsse und die Auswirkung auf körperlich eingeschränkte Personengruppen bedacht werden müssten. Der Vorschlag, zur Verbesserung des Nahverkehrs eine Ringbahn einzurichten, erfreut sich großer und fast ungeteilter Popularität. Die Idee zur Minderung des Stadtverkehrs, eine Citymaut einzuführen ist hingegen umstrittener, wird aber insgesamt eher positiv bewertet.

Zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität, ist den Teilnehmenden der Schutz und Ausbau von Grünflächen und Grünbepflanzung ein wichtiges Anliegen. Großer Zustimmung erfreut sich der Vorschlag in München bis zum Jahr 2020 insgesamt 100.000 neue Bäume zu pflanzen. Grünbepflanzung ist für die Teilnehmer auch ein wichtiger Aspekt der optischen Stadtgestaltung und des Stadtklimas.

Beim Thema Wohnbau plädieren die Teilnehmenden für genossenschaftliches Wohnen und eine Abkehr von monotoner Bebauung. Es wird vorgeschlagen Bauflächen in kleinere Parzellen zu unterteilen, um ein vielfältigeres Bebauungsbild zu erreichen. Auch sollte Vorgaben gemacht werden, damit sich neue Areale am bestehenden Umfeld orientieren und zum Beispiel den Gartenstadtcharakter bewahren und aufgreifen.

Alle Beiträge zur Leitlinie "Qualitätsvolle und Charakteristische Stadträume"